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iBeacon - besser als NFC?

Leuchtturm © Atlantis - Fotolia.com

Apple hat in der neuesten Ausgabe seines Mobilbetriebssystems iOS 7 eine kleine, feine Neuerung versteckt, von der bisher kaum Notiz genommen wurde: iBeacon. Diese Technologie hat unserer Meinung nach großes Potential, Nutzer von mobilen Endgeräten stärker, zielgerichteter und individueller in die physikalische Umgebung mit einzubinden.
Oder anders ausgedrückt: iBeacon schafft die Verbindung zwischen realer und virtueller Welt!

Die Grundidee ist dabei nicht neu, und seit einigen Jahren verfügen etwa Android-Geräte über NFC-Technologie (near field communication. Bekannt sind diese kleinen „Antennen“ auch von RFID-Chips zur Verfolgung und Kontrolle von Produkten und Waren aller Art, hier werden sie seit langem bereits erfolgreich eingesetzt.

In Smartphones konnten sie sich jedoch bisher nicht durchsetzen (wenngleich derzeit mehrere Anbieter an Bezahlsystemen über NFC arbeiten), da ein wesentlicher Nachteil darin besteht, dass sich die kommunizierenden Geräte relativ nah beieinander befinden müssen, in der Praxis sind nur etwa einige Zentimeter möglich. Das schränkt die Gebrauchstauglichkeit deutlich ein.

Apple geht hier einen anderen Weg und verwendet den neuesten Standard der Bluetooth-Funktechnologie: BLE („bluetooth low energy“). BLE wird ebenfalls bereits erfolgreich etwa in Schrittzählern, Fitness-Uhren und anderen Kurzstrecken-Funkgeräten eingesetzt und benötigt sehr wenig Energie.

iBeacons sind nun nichts anderes als kleine „Leuchttürme“, die in periodischen Abständen ein kurzes Bluetooth-Signal aussenden. Dieses kann zudem weitere Nutzdaten wie eine Kennung enthalten. iBeacons können in reiner Hardware ausgeführt sein: kleine „Dongles“, die beliebig etwa in Geschäften oder Museen angebracht werden können. Die Lebendauer der Batterien kann dabei bis zu zwei Jahren betragen! Oder, und auch das ist spannend, ein iOS-Gerät kann selbst zur Bake werden.

Reichweite bis zu 70m

Die Innovation ist nun die erstmalige Verankerung im iOS-Betriebssystem selbst. Über standardisierte Programmierschnittstellen können die Signale einer iBeacon erkannt werden. Die App wird also darüber informiert, wenn der Nutzer sich einer solchen Bake nähert. Und noch mehr: auch die Entfernung zur iBeacon kann ermittelt werden. So können beispielsweise mehrere Zonen („aussen vor der Tür“, „am Schaufenster“ und „im Geschäft“ definiert werden, die natürlich unterschiedliche Aktionen auslösen können.

Ein Geschäftsinhaber kann somit zunächst auf seinen Laden aufmerksam machen - die Reichweite kann je nach Ausführung der Bake von einigen Metern bis zu 70m(!) betragen. Verweilt der Nutzer einige Minuten vor seinem Schaufenster, erhält er einen Aktionsgutschein. Im Geschäft nähert sich der Interessent einem bestimmten Gegenstand, und erhält - vollautomatisch - weiterführende Informationen dazu auf seinem iPhone.

Das alles funktioniert dabei zunächst ohne jegliche Server-Infrastruktur, es fallen also hierfür keine Aufwände oder Wartungskosten an. Natürlich lässt sich aber problemlos eine Verbindung zur Cloud herstellen, um etwa weitere Produktinformationen nachzuladen.

Weiterhin hat Apple die Offenlegung des iBeacon-Protokolls angekündigt, so dass auch potentiell andere Systeme wie Googles Android oder Microsoft Phone die Funkbaken erkennen können. Und sicherlich werden zukünftig Hardware-Baken angeboten werden, die Daten aus der Umgebung (etwa Temperatur, Taster) an das Smartphone übermitteln. Auch ist die Steuerung von Lampen, Haushaltsgeräten und anderen Exponaten via BLE möglich - physikalische und virtuelle Welt wachsen zusammen.

Mögliche Einsatzgebiete für iBeacons sind:

  • Einzelhandel/Retail: Produktinformationen, Aktionen, Kundenbindung
  • Museen und Ausstellungen: Informationen zu Exponaten, Besucherführung
  • Stadtmarketing, Tourismus: geführte Touren, Stolpersteine, Besucherinformationen
  • Messen und Großveranstaltungen: Besucherführung, Leitsysteme
  • Flughäfen, Krankenhäuser, Einkaufszentren: Indoor-Location (ohne GPS), Leitsysteme, Besucherinformationen
  • Gastronomie.

Gerne beraten wir Sie zu dieser innovativen Technologie, konzipieren Ihre iBeacon-App und setzen diese für iOS-Smartphones und Tablets um. Natürlich wird die iBeacon-Technologie auch optimal von der cross-platform Entwicklungsumgebung Xamarin unterstützt.